Johanneskantorei Köln Klettenberg

Die Kantorei in der Ära Schaarwächter




      Die Johanneskantorei hatte sich während ihres 40jährigen Bestehens bis heute immer der liturgische Mitgestaltung der Gottesdienste und in Konzerten der Kirchenmusik gewidmet. Dabei strebte sie höchstmögliche künstlerische Qualität an, und wurde so für den Stadtbezirk - aber auch darüber hinaus - zum Kulturträger.
      Mit dem Ziel der Pflege geistlicher Chormusik durch die Jahrhunderte ist seit der Gründung Stilvielfalt das Kennzeichen der Kantorei: von der Renaissance bis zur aktuellen Moderne, einschließlich Uraufführungen. Das breitgefächerte Programm reicht von Chorälen, über kleine und große Motetten unterschiedlicher Stilrichtungen bis zu großen Oratorien. Konzertreisen führten die Kantorei bislang nach Polen, nach Wales, in die Niederlande, nach Schottland, nach Spanien und in die Schweiz.
      Als erster evangelischer Chor beteiligte sich die Johanneskantorei an den Domkonzertreihen (u.a. mit Werken des Kölner Komponisten K. Roeseling) und war als evangelischer Chor Mitgestalter des ersten großen ökumenischen Gottesdienstes im Kölner Dom.
      1996 wirkte der Chor in der Philharmonischen Nacht innerhalb des Rheinischen Musikfestes mit. Inzwischen hat der Westdeutsche Rundfunk Köln mehrfach Tonaufnahmen der Kantorei produziert.



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      Bei unserem gemeinsamen Singen haben wir zwei Ziele: zum einen die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten der evangelischen Gemeinde Köln-Klettenberg - in der Regel einmal im Monat - und zum anderen die Pflege der Kirchenmusik durch kleine und große Konzerte. Dabei liegt unser Bestreben darin, die ganze Breite kirchenmusikalischen Schaffens darzustellen von a-cappella-Werken, über kleine Motetten bis zu großen Oratorien mit Orchesterbegleitung.
      Schwerpunkt unserer Arbeit ist - dass wir keinen haben! Vielmehr versuchen wir, immer bessere "Allrounder" zu werden, indem wir Werke vom Mittelalter (z. B. gregorianische Gesänge) bis zu Uraufführungen neuer Kirchenmusik einstudieren. Unser heimlicher Schwerpunkt ist allerdings, die Werke von Johann S. Bach zur Aufführung zu bringen!
      Die Kantorei unterschied sich durch einige Besonderheiten von anderen Kirchenchören: So wurde ganz besonderes großer Wert auf Stimmbildung und Gesangstechnik gelegt! Stimmbildung ist dafür die "Basisarbeit". Gerda Schaarwächters ist bis heute eine Größe auf diesem Gebiet und der Chor profitieren davon. Ihr Ziel war es, immer einen runden Chorklang erreichen - den Johanneskantorei-Sound sozusagen!.

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      Von Anfang an war es ein Charakteristikum der Johanneskantorei, dass das Singen nicht die einzige gemeinsame Freizeitgestaltung war, sondern auch weitere "soziale Interaktionen" hinzukommen. Erinnert sei da nur an die nächtlichen Badeausflügen nach der Chorproben oder der jährliche gemeinsame Chorausflug, anfangs mit der Köln-Bonner-Eisenbahn in das Vorgebirge und später - über 20 Jahre lang - in ein landschaftliches Paradies der Eifel, das damalige Wochenendhaus eines Chorehepaars. Diese herrliche Fleckchen Erde hat zwei herausragende Merkmale, die uns jedes Jahr wieder begeistern:
      - mitten durchs fließt ein Bach, der dazu dient, dass alle Chorkinder ihren Erzeugern beweisen können, wie klug sie - die Erzeuger - doch waren, Gummistiefel und einen zweiten Satz Kleidung für ihre Sprösslinge mitzunehmen ... denn ein Ausrutscher der lieben Kleinen war so gut wie sicher ... .
      - in einer wunderbaren Landschaft eingebettet, erlebt man die Schönheit der Natur. Bei deren Durchwanderung können die Kantoristen sich glücklich schätzen, dass der Leiterin liebstes Hobby Flora und Fauna, Fossilien und Mineralien und die Erdgeschichte sind. Wenn "der halbe Chor mit Gerda durchs Unterholz bricht" erfahren wir viel Wissenswertes ... .

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      Höhepunkt im Winter war der Besuch des "Heiligen Nikolaus" bei der entsprechenden Feier im Dezember. Hierbei werden zu unser aller Vergnügen unserer Chorleiterin schon mal die Leviten gelesen - uns - den Chormitgliedern - aber auch ... .
      So ergaben sich leicht Gespräche von allen mit allen und neue Mitglieder des Chores fühlen sich schnell heimisch - was uns bis heute sehr wichtig ist!

      Die Johanneskantorei hatte noch eine weiteres Merkmal, das in dieser Weise sicher einmalig war: es gab das "Gerda-Entlastungs-Team", kurz GET genannt. Hier konnte jeder mitmachen, der sich dazu in der Lage fühlte.
      Ziel des "GET" war es, vor allem vor größeren Chor-Ereignissen, die unvermeidbaren organisatorischen Aufgaben zu planen und zu koordinieren - das reicht von der Pressemitteilung bis zu den Blumen der Solisten, vom Programme falten bis zum Verteilen der Plakate.